Revisions­endoprothetik Wechseloperation an Hüfte & Knie in Wien

Die Revisionsendoprothetik befasst sich als hochspezialisiertes Teilgebiet der Orthopädie mit dem Austausch oder der Korrektur bereits vorhandener künstlicher Gelenke. Obwohl moderne Implantate heute eine sehr hohe Langlebigkeit aufweisen, halten sie nicht ewig (etwa 20-25 Jahre). Im Laufe der Jahre kann es infolge von Abriebpartikeln zu einer Entzündungsreaktion kommen. In der Folge verliert die Prothese ihren festen Halt im Knochenbett und lockert sich. Dabei können entweder nur einzelne Teile wie die Pfanne oder der Schaft betroffen sein oder das gesamte System verliert seine Stabilität. 


Um schwerwiegende Folgeschäden am Knochen zu vermeiden, ist bei ersten Anzeichen von Instabilität eine zeitnahe Revisionsoperation am betroffenen Gelenk notwendig. DDr. Faschingbauer legt hierbei großen Wert auf frühzeitiges Handeln, um herauszufinden, ob bakterielle Erreger an der Lockerung beteiligt sind oder nicht.

Professionelles Portrait von Prof. DDr. Martin Faschingbauer im medizinischen Kontext

Wann ist eine Revisionsoperation notwendig?

Eine Revisionsendoprothetik wird notwendig, wenn ein bestehender Gelenkersatz seine Funktion verliert oder Beschwerden verursacht, die den Alltag deutlich beeinträchtigen. Im Gegensatz zur Erstimplantation steht hier nicht der Ersatz eines natürlichen Gelenks, sondern die Korrektur oder der Austausch eines bestehenden Implantats im Vordergrund.

Typische Situationen, in denen eine Revisionsoperation in Erwägung gezogen wird, sind anhaltende Schmerzen, Funktionsverlust, Instabilität oder radiologische Hinweise auf eine Lockerung. Auch nach Jahren kann es erforderlich werden, einen Prothesenwechsel durchzuführen, um die Gelenkfunktion langfristig zu sichern. Da entzündungsbedingter Knochenabbau die Verankerung des Gelenkersatz gefährdet, muss man hier zeitnah reagieren. 

Ursachen für eine Revisionsoperation

Die Gründe für eine Revisionsendoprothetik sind vielfältig und entwickeln sich häufig über einen längeren Zeitraum. Meist liegt nicht eine einzelne Ursache vor, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. In der klinischen Diagnostik unterscheiden wir dabei grundlegend zwischen zwei Kategorien: der aseptischen und der septischen Lockerung.

Häufige Ursachen sind:

  • Aseptische Lockerung des Implantats durch Abriebpartikel und Knochenabbau: Hierbei lockert sich die Prothese ohne Beteiligung von Bakterien. Häufigste Ursache ist der natürliche Materialverschleiß, der über Jahre zu einer Knochenreaktion führt.

  • Septische Lockerung des Implantats: Eine bakterielle Infektion des Gelenks macht eine schnelle Revisionsoperation unumgänglich, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

  • Mechanische Probleme, etwa Fehlstellungen oder Instabilitäten: Wenn die Bänder das Gelenk nicht mehr ausreichend führen, kann eine stabilere Revisionsprothese die Lösung sein.

  • Materialverschleiß der Implantatkomponenten

  • Luxationen: Wiederkehrendes Auskugeln der Prothese erfordert oft eine chirurgische Korrektur der Implantatposition.

  • Knochenverlust oder schlechte Knochenqualität

  • Frühere operative Eingriffe, die die Gelenkmechanik verändert haben

Typische Symptome, die einen Prothesenwechsel notwendig machen

Die Beschwerden, die eine Revisionsendoprothetik erforderlich machen, entwickeln sich oft schleichend und ähneln sich teilweise den Symptomen vor der Erstimplantation, sind jedoch dieses Mal häufig komplexer. 

Typische Warnsignale, die in der Revisionsendoprothetik abgeklärt werden sollten, sind:

  • Neu auftretende, zunehmende Belastungs- oder Ruheschmerzen

  • Ein Gefühl der Instabilität oder „Wackeln“ des Gelenks

  • Eingeschränkte Beweglichkeit und Funktionsverlust im Alltag

  • Schwellungen und Überwärmung (besonders bei Verdacht auf Infektion)

  • Eine spürbare Verkürzung des Beines oder Fehlstellungen

  • Knack- oder Reibegeräusche bei Bewegung

Wechseloperation bei bakterieller Infektion

Liegt einer Lockerung oder Funktionsstörung eine bakterielle Infektion zugrunde, spricht man von einer septischen Komplikation. In diesem Fall steht bei der Revisionsendoprothetik nicht nur der Austausch des Implantats, sondern vor allem die konsequente Behandlung der Infektion im Vordergrund. Die Wechseloperation bei einer nachgewiesenen Infektion zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Revisionsendoprothetik. 

Der Ablauf erfolgt in der Regel zweistufig:

  1. Erste Operationsphase
    Komplette Entfernung der infizierten Prothesenteile und Einsetzen eines antibiotikahaltigen Platzhalters (Spacer). Dieser sichert die Beweglichkeit und bekämpft die Infektion lokal.
    Eine mehrwöchige, gezielte Medikamentengabe unterstützt die Ausheilung.

  2. Zweite OperationsphaseNach gesicherter Infektfreiheit erfolgt in einem zweiten Eingriff die Implantation einer neuen, endgültigen Revisionsprothese.

Professionelles Portrait von Prof. DDr. Martin Faschingbauer im medizinischen Kontext.

Gewöhnliche Wechseloperation

Sind keine Bakterien nachweisbar, liegt die Ursache für die Beschwerden häufig in einer mechanischen oder aseptischen Lockerung. In diesen Fällen kann die Wechseloperation oft in einem einzigen operativen Eingriff durchgeführt werden.
Abhängig vom Befund werden dabei nur jene Komponenten des Gelenkersatzes ausgetauscht, die tatsächlich gelockert oder beschädigt sind. Ziel der Revisionsendoprothetik ist es, möglichst viel gesunde Knochensubstanz zu erhalten und die Gelenkfunktion stabil wiederherzustellen.

Auch bei dieser Form der Revisionsoperation ist eine sorgfältige präoperative Planung entscheidend, um auf knöcherne Defekte, verminderte Knochenqualität oder anatomische Besonderheiten reagieren zu können:

  1. Präoperative Planung: Mittels digitaler Planung wird das Ausmaß der Lockerung analysiert und die passende Revisionsprothese ausgewählt.

  2. Durchführung: Vorsichtige Entfernung der gelockerten Teile unter maximaler Schonung des gesunden Knochens.

  3. Implantation: Die neue Prothese wird meist tiefer im Knochen verankert oder mit speziellen Aufsätzen (Augmenten) stabilisiert, um einen festen Sitz zu garantieren.

  4. Nachsorge: Wie beim Ersteinbau folgt eine intensive Mobilisation, um die Funktion des neuen Gelenkersatz schnellstmöglich zu aktivieren.

Häufige Fragen zur Revisionsendoprothetik

Die Revisionsendoprothetik bezeichnet den Austausch oder die Korrektur eines bestehenden Gelenkersatzes, wenn dieser seine Funktion nicht mehr erfüllt.
Dank moderner Techniken in der Revisionsendoprothetik kann ein Prothesenwechsel prinzipiell mehrfach durchgeführt werden, sofern genügend Knochensubstanz vorhanden ist.
In der Regel ist eine Teilbelastung sofort nach dem Prothesenwechsel möglich. Die Rückkehr zur Vollbelastung wird individuell je nach Knochenheilung festgelegt.
Ja. Eine Revisionsoperation stellt höhere Anforderungen an Planung, Technik und Erfahrung als ein primärer Gelenkersatz.
Mögliche Risiken sind ein längerer Heilungsverlauf, eine verzögerte Belastbarkeit sowie das Wiederauftreten der Infektion. Eine sorgfältige Diagnostik, ein strukturiertes Vorgehen und eine engmaschige Nachsorge sind daher besonders wichtig.
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